Zusammenfassung von MED2
(Chefarztvorlesungen)
im
Sommersemester 1998
an der FH Heilbronn / Uni Heidelberg
Klaus Jähne
(jaehne@rz.fh-heilbronn.de)
- Caroline Schwenker
(aschwenk@stud.fh-heilbronn.de)
- Korbinian Bartels
(bartels@stud.fh-heilbronn.de)
- Tim Riepe
(riepe@stud.fh-heilbronn.de)
- Oliver Gerards
(gerards@stud.fh-heilbronn.de)
10.9.98 -- V 1.1
Zusammenfassung:
Hallo Leute,
Ich habe diese Zusammenfassung der Vorlesungen aus den Mitschrieben
erstellt, die mir die oben genannten Leute zur Verfügung gestellt haben --
sprich: Das, was jemand mitgeschrieben hat, habe ich berücksichtigt, und das,
was an uns vorübergegangen ist, fehlt. Und aus diesem Grund behaupte ich
jetzt vorsichtshalber, daß die Prüfungsfragen wenn wir Pech haben, gar nichts
mit dieser Zusammenfassung zu tun haben.
Naja, was solls: Ich wünsche Euch trotzdem so gut es eben geht Spaß mit den
nächsten Seiten.
Zur Version 1.1: Mit der Hilfe von Olli habe ich noch einige der
Tippfsdfhler ausgebügelt und ein paar Sachen genauer ausgeführt.
Klaus
- Narkose
- Schmerzausschaltung
- Varianten der Narkose
- lokale contra regionale contra zentrale Anästhese
- lokal
- Na+-Leitfähigkeit der für Schmerzweiterleitung
verantwortlichen Nervenzellen wird durch ein dem Kokain
verwandtes Medikament reversibel gehemmt (Natrium-Kanal-Blocker), Beispiel:
- 1.
- 1. Schritt vor OP: lokale Betäubung vor Einführen einer Kanüle in die
Handvene
- regional
- ganze Nervenbahnen werden durch den gleichen Mechanismus lokal
blockiert, Beispiele:
- Achselhöhle
- (tastbar: Venen, Arterien und Nerven liegen zusammen): Arm wird narkotisiert.
- Spinalanästhesie
- Punktion des Liquors im unteren
Wirbelbereich. Wirkung bei den im unteren
Rückenmarksbereich austretenden Nerven, also Regionalanästhesie von Beckenbereich und
darunterliegenden Bereichen.
Problem: Dauer der Wirkung nicht nachträglich verlängerbar, da Patient auf dem Rücken
liegt, Lösung: Epiduralanästhesie, d.h. kontinuierlicher Applikation
durch einen Katheter, der durch Nadel in den Spinalraum geschoben wird.
Anwendung z.B. bei Kaiserschnitt.
Problem: durch Austritt von Liquor Kopfschmerzen möglich, Lösung:
Verwendung von dünnen Nadeln
Problem: Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, motorische Ausfälle,
Wärmegefühl durch Aufweiten der Gefäße
- Vollnarkose
- Narkosewirkung tritt innerhalb von 40s nach Spritzen
eines Barbiturats ein. Je nach Dosierung wird nicht nur der Schmerz unterdrückt,
sondern auch die Vitalfunktionen, daher ist eine Beatmung durch Einführen
eines Tubus in die Luftröhre notwendig (intubieren).
Da der Patient durch Umverteilung des Narkotikums innerhalb des Körpers nach
ca. 8 Minuten wieder erwachen würde, ist die Verabreichung von
Narkosegasen für eine konstante Betäubung notwendig.
- Schmerzen nach OP
- nach OP spürt der Patient Schmerzen mit abnehmender Wirkung der
Narkose. Auf Wunsch des Patienten werden Schmerzmittel (Opiate)
intramuskulär
verabreicht (dadurch länger anhaltende Wirkung). Wirkung ca. 1,5h nach erstem
Schmerzgefühl, Patient schläft
dann. Schmerzen treten nach insgesamt 4h wieder auf.
- PCA (patient controlled analgesia)
- Patienten können bei dieser Methode
die Verabreichung des Schmerzmittels selbst kontrollieren. Da die Gabe hier intravenös
ist, tritt die Wirkung sofort ein.
- Übelkeit und Erbrechen
- nach der OP werden durch Schmerzen verursacht und treten in ca 20% aller
Fälle auf. Die Wahrscheinlichkeit ist abhängig
von verschiedenen Faktoren:
- Art der OP
- -- hoch bei Augen, Magen und Mandeln
- Alter
- -- hoch bei jungen Patienten
- Geschlecht
- -- hoch bei Frauen
Bei Risikopatienten kann durch Medikamente vorgebeugt werden.
- Notfallmedizin
- allgemeines Vorgehen: Vitalfunktionen kontrollieren, dann ggf. Vitalfunktionen
aufrechterhalten.
- Vitalfunktionen
- Atmung
- Kreislauf (Herzschlag, Herzminutenvolumen)
- Bewußtsein
- Formel des Lebens
- HMV x Sauerstoffbeladung
- Aufrechterhaltung des Kreislaufs bei Blutverlust
- Behandlung von Blutverlust (Blutkonserven)
- Wundverband gegen Blutverlust
- Behandlung von Schmerzen, den Patienten beruhigen
- Transport
- möglichst geringe Transportdauer
- am Unfallort nur Erstversorgung
- im Krankenhaus
lebensbedrohende Verletzung herausfinden (z.B. innere Blutungen bei
Verletzungen im Brustraum)
Röntgen
- Intensivmedizin
-
- Überwachung aller Vitalfunktionen
- Puls, Blutdruck, evtl. intracranialer
Druck, Sauerstoffgehalt im Blut
- parenterale Ernährung
- Verabreichung von Nahrung und Medikamenten über
Katheter in Vene am Hals (vena subclavia oder vena jugularis interna, invasive Maßnahme)
- Blasenkatheter
- Schädelverletzungen
- Anschwellen der Zellen durch Erschütterung, da sie den Wassereintrom in die
Zelle nicht mehr kontrollieren können, dadurch Abschneiden der O2-Versorgung
und Gefahr des Hirntods
- Beatmung
- durch Tubus: bei Langzeitbeatmung starke Beanspruchung der Stimmbänder. In
diesem Fall wird eine Tracheotomie durchgeführt, also ein
Luftröhrenschnitt zur Beatmung per Intubation direkt in die Luftröhre.
- Problem
- der Intensivmedizin: Da der Patient nicht bei Bewußtsein ist, bemerkt der
Arzt nicht, welche Schmerzen der Patient verspürt, daher kann der Arzt
zunächst nur akute Verletzungen behandeln, wie z.B. zerissene Leber,
Gefäßblutungen...
- ein wenig Statistik
- Knochenbruch: 60% aller Arbeitsunfälle
- Oberschenkelfraktur: Behandlungskosten 50.000 DM bis zu 600.000 DM (alte Zahlen)
- 40% aller chirurgischen Betten werden durch Unfälle belegt
- 25% aller Krankheitstage entstehen durch Unfallfolge
- Rehabilitationsmaßnahmen bei Schwerverletzten
- 1.
- 2.
- Notfallmedizin am Unfallort (Rettungshubschrauber, Rettungswagen,
Notarzt)
- 3.
- Erstversorgung lebensbedrohlicher Zustände im Krankenhaus
- 4.
- geplante Folgeeingriffe (z.B. Behandlung von Knochenbrüchen)
- 5.
- Spezifische Nachbehandlung (Mobilisation durch Physiotherapie)
- 6.
- evtl. orthopädische Eingriffe
- 7.
- Rehabilitation
- 8.
- berufliche Wiedereingliederung
- Am Unfallort
- 1.
- 2.
- Vermeiden v. Komplikationen (Aspiration, Hypoxie)
- 3.
- Stabilisierung von Frakturen, Wundverbände
- 4.
- Voraussetzungen für Verletztentransport:
- (a)
- nicht im manifesten Schock
- (b)
- nur mit gesichertem venösen Zugang bei laufender Infusion
- (c)
- nur nach Kenntnis von :
- D
- = Durchblutung
- M
- = Motilität (Bewegungsfähigkeit)
- S
- = Sensibilität
- (d)
- periphere Extremitäten nur in adäquater Lagerung
- (e)
- Elementarfunktionen sichergestellt (Atmung)
- (f)
- Stillung äußerer Blutungen
- (g)
- Frakturreposition und -schienung
- (h)
- Wundverbände
- (i)
- Schmerztherapie:
- i.
- Reposition
- ii.
- Lagerung
- iii.
- Medikamente
Ziele:
- Verkürzung des therapiefreien Intervalls
- optimale Primärversorgung
- schonender und rascher Transport
- Transport in ein geeignetes Krankenhaus
- Erstversorgung im Krankenhaus
- lebenserhaltende Sofortoperationen:
- 1.
- bei unkontollierbaren äußeren Blutung
- 2.
- bei inneren Massenblutungen
- 3.
- evtl. Verlegung der oberen Luftwege (Tracheotomie)
- 4.
- bei akutem Hirndruck
- 5.
- bei Polytrauma (gleichzeitig mehrere lebensbedrohende
Verletzungen)
Gefährdung des Patienten durch:
- 1.
- Schock
- 2.
- Infektion
- 3.
- Thromboembolie
- 4.
- Management-Fehler
zentrale Notaufnahme, Schock- und Reanimationsraum:
- erfüllt die Stellwerksfunktion einer Klinik
- Reanimationseinheit: Besetzung in einem Großklinikum rund um die Uhr durch
- 1.
- Chirurgischen Oberarzt
- 2.
- 2-3 Chirurgische Assistenten
- 3.
- Anästhesist
- 4.
- Anästhesieschwester
- 5.
- Poliklinikschwestern
- Ausstattung für unmittelbaren Behandlungsbeginn (räumlich,
personell und apparativ)
- ausschließliche Zweckbestimmung
- geplante Folgeeingriffe:
Behandlung von Frakturen und Kombination von Weichteil- und Knochenschaden.
Hauptziel der Knochenbruchbehandlung: Wiederherstellung d. vollen Funktion
Frakturkrankheit:
- chronische Ödembildung
- Atrophie der Weichteile (insbesondere Muskelgewebe)
- Knochenabbau (Osteoporose)
- Gelenksteifen
Ziele der Osteosynthese (Behandlung von Knochenbrüchen):
- anatomische Reposition
- Stabilität
- Erhaltung der Blutzirkulation
- frühzeitige aktive, schmerzfreie Mobilisierung
Osteosynthese ist nötig bei:
- frischen Frakturen
- Pseudarthrosen (Ausbleiben der knöchernen Überbrückung im Anschluß
an eine Fraktur)
- Osteotomien
- Arthrodesen (Gelenkversteifungen)
- Frakturen mit starkem Weichteilschaden
- Druckschädigungen (die z.B. zum Absterben von Muskelgewebe führen)
- Gefahr einer Infektion
Mittel zur stabilen Osteosynthese: Schrauben, Platten, Drähte, Marknägel...
Weitere Folgeeingriffe der Wiederherstellungschirurgie:
- Achsenkorrektur
- Sehnenwiederherstellung
- Gelenkmobilisation und -stabilisierung
- Amputationsprothetik
- Weichteilrekonstruktion
- Sanierung bei Knocheneiterung
- Definition Chirurgie
- mit der Hand tun, also früher Einordnung als
Handwerk
- Nierensteine
- heutzutage Zertrümmerung mit Ultraschall
- Ileus
- Darmverschluß -- Symptom: Luft über Flüssigkeit (Zeichen: Spiegel und stehende
Schlingen)
- Sarkom
- Karzinom ausgehend von Bindegewebe
- Adenokarzinom
- Karzinom ausgehend von drüsigem Gewebe
- Neonatologie
- Lehre vom Neugeborenen (1/3 aller stationären Patienten
der Kinderklinik). Hohe Mortalitätsrate in den ersten 28, insbesondere in den ersten
7 Tagen
- Gestation
- Dauer der Schwangerschaft, gerechnet vom 1. Tag der letzten
Regel
- Perinatalperiode
- beginnt mit der 29. SSW und endet am 7. Lebenstag
- Neonatalperiode
- 1. bis 28. Lebenstag
- lebendgeboren
- entweder
- Herz hat geschlagen oder
- Nabelschnur pulsiert oder
- Lungenatmung hat eingesetzt
- totgeboren
- nicht lebendgeboren
- Totgeburtenrate
- alle totgeborenen Kinder mit einer Gestation >24SSW ausgedrückt in x pro 1000 Geburten
- Neugeborenensterblichkeit
- alle lebendgeborenen Kinder
- Säuglingssterblichkeit
- Gesamte Todesrate aller Säuglinge im 1 LJ
einschließlich neonataler Todesfälle
- Ursachen der Säuglingssterblichkeit
- letale Mißbildungen (bei 23%)
- extreme Frühgeburt
- Asphyxie, d.h. Sauerstoffmangel bei der Geburt
- Atemstörungen
- Einteilung nach Geburtsgewicht
-
- untergewichtige Neugeborene
- (LBW = low birthweight infant) Neugeborene mit Geburtsgewicht unter
2500g (6-7% aller NG) ca. 1/3 aller untergewichtigen NG haben eine normale
Gestation.
- normalgewichtige Neugeborene
- Gewicht 2500g bis 3200g
- sehr kleine Frühgeborene
- (VLBW = very low birthweight infant) 0,8-1,5% aller NG, 2/3 aller
neonatalen Todesfälle, 1/3 davon mit Geburtsgewicht unter 1000g (ELBW
extremely low birthweight infant) -- weltweit starke Unterschiede in der
Rate von mindergewichtigen Kindern
- zu große Neugeborene
- oft bei schlecht eingestellten Diabetikerinnen
- frühgeborenes Kind
- Geburt vor der 37. SSW
- reifes Neugeborenes
- zwischen der 37. und 42. SSW
- übertragenes Neugeborenes
- nach der 42. SSW
- intrauterine Wachstumskurven
- Die Geschwindigkeit des Wachstums (sowohl von Länge als auch vom Kopfumfang) im Mutterleib
ist lokal abhängig von:
- Höhe über dem Meer
- Rasse
- Ernährung
- Geschlecht des Kindes
- Frühgeborene / Aufnahme von Schwangeren mit Wehen
- ``Hat die Patientin wirklich Wehen?''
- ``Warum hat sie vorzeitige Wehen?''
mögliche Ursachen:
- Streß
- z.B. durch sozialen, familiären oder
beruflichen
- mechanisch
- durch Gebärmutterinsuffizienz, d.h. vorzeitige Öffnung des
Muttermundes und dadurch Blasensprung
- ``Sollen Steroide gegeben werden, um eine vorzeitige Lungenreifung zu
ermöglichen?''
- ``Soll eine Tokolyse versucht werden (Weitstellen der glatten Muskulatur der
Gebärmutter, dadurch Ruhigstellung)?''
- ``Existiert ein Infektionsrisiko?''
- ``Wo sollte das Kind geboren werden?''
- ``Wie sollte das Kind geboren werden?''
- Probleme bei Frühgeborenen
-
- Thermoinstabilität
- Bei Kälte führt erhöhter Sauerstoffbedarf zu Hypoxie, erhöhter Glukoseverbrauch führt
zu Hypoglykämie. Daher muß ein Wärmeverlust vermieden werden.
- Geburtsasphyxie
- Atem- und Kreislaufstillstand bei Geburt
- Reflexe
- Saug-, Husten- oder Schluckreflex sind evtl noch nicht
ausgeprägt
- Ikterus
- (Gelbsucht) durch erhöhte Bilirubinkonzentration
- Lungenparenchymerkrankungen
- z.B. Tachypnoe, Pneumonie
- metabolische Störungen
- z.B. Hypoglykämie, Hypocalcämie, ...
- offener ductus arteriosus
- kurzgeschlossener Lungenkreislauf führt zu
Herzinsuffizienz
- Risiko der intracranialen Blutung
- hohes Infektionsrisiko
- chirurgische Probleme
- z.B. durch Leistenhernie, Nabelhernie durch
Bindegewebsschwäche
- Impfkalender
- Empfehlungen für Vorsorgeimpfungen bei Kindern, z.B.:
- Diphterie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Keuchhusten
- im Alter von 4. und 5. Woche, 12. Monat, 6. und 11.-15.
Jahr
- Hepatitis B
- im Alter vom 3., 5. und 12. Monat
- Masern, Mumps und Röteln
- im Alter vom 12. Monat und 6. und 11.-15. Jahr
- Tuberkulose
- Impfung ist auch möglich, aber nicht ohne Nebenwirkungen,
daher nur bei Risikopersonen empfehlenswert (z.B. wenn die Eltern im
medizinischen Bereich arbeiten)
- FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
- (Stichwort: Zecken) ist in der Region Heilbronn nicht empfohlen,
gegen den gefährlicheren Typ der Krankheit ist auch keine Impfung möglich.
- Krankheiten bei Kindern
-
- Diphterie
- Auftreten hauptsächlich in der 3. Welt, kann zum
plötzlichen Herztod führen
- Keuchhusten
- Krankheit kann bis zu einem 4tel Jahr anhalten, gefählich
durch
toxische Wirkung auf das Atemzentrum
- Windpocken (Varizellen)
- lange Inkubationszeit: 12-21 Tage, Infektion mit Zoster-Virus
(s.u.), Exanthembildung (Exanthem: einzelstehende Bläschen, die bei hohem
Flüssigkeitsgehalt platzen können)
(alle Stadien auf der Haut sichtbar
Sternenhimmel), Fieber, Kopf- und
Gliederschmerzen, gefählich bei schwangeren Frauen 1 Woche vor der Geburt,
da Fehlbildungen beim Kind auftreten können.
im Vergleich dazu: Gürtelrose (herpes zoster) (keine Kinderkrankheit): gleicher Erreger wie Varizellen, ähnliche Symptome wie Exanthembildung, schwerste
Schmerzzustände, gefährlich im Gesichtsbereich, wenn Hirnnerv (Trigeminus)
betroffen
- Mononucleosis infectiosa (Pfeiffer-Drüsenfieber)
- kann ältere Kinder
und junge Erwachsene betreffen, Blässe, Appetitlosigkeit, Vergrößerung der Milz, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Fieber, Exanthembildung,
Mandelentzündung, Lebervergrößerung mit Gelbsucht, Vergrößerung der Lymphknoten
- Masern
- Inkubationszeit ca. 11 Tage, Übertragung aerogen (durch die Luft)
wie Windpocken, 1. Stadium: Koplik-Flecke
(Flecke im Bereich der Wangenschleimhaut), 2. Stadium: Exantheme, außerdem
betroffen: Atemwege, Lungen, Leukozyten, selten auch ZNS betroffen
- Röteln
- ähnlich wie Masern, erst Fieber, dann
Exanthembildung, insgesamt harmlos, außer bei bei schwangeren Frauen, da beim Kind
Mißbildungen an Herz und Auge auftreten können.
- Ringelröteln
- Virusinfektion (zweite Ansteckung mit dem Rötel-Virus),
Tröpfcheninfektion, ringförmiger Ausschlag nach ca. 1 Woche, bei Schwangeren
kann der Fötus schwer betroffen werden: Durch Eindrigen in das Knochenmark
wird die Bildung der Erythrozyten gestört, dadurch Anämie und weitere
Fehlbildungen
- Mumps (Parotitis epidemica)
- Entzündung der Ohrspeicheldrüse,
Begleiterscheinungen: evtl. Hirnhautentzündung, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.
Bei Infektion nach der Pubertät auch Orchitis (Entzündung eines oder
beider Hoden) mit Gefahr der Sterilität
möglich.
- Scharlach
- Symptome: Fieber und Ausschlag (Himbeerzunge), keine
Impfmöglichkeit, bakteriell durch Staphylokokken hervorgerufen, Infektion
zwischen dem 6. Lebensmonat und 15. Lebensjahr üblich
- Herpes-Virus
- beim Herpes-Virus handelt es sich um eine Familie von
Viren. Verschiedene Type wurden klassifiziert:
- HSV1
- herpes simplex -- Lokalisierung: Lippen, Genitalien
- HSV2
- kann bei Infektion über die Mutter bei Neugeborenen zu
Hirnhautentzündung führen
- VZV
- verursacht Windpocken und Zoster
- HHV5
- verursacht das Pfeiffersche Drüsenfieber
- HHV6
- verursacht das 3-Tagesfieber
- HHV7
- wie HHV6 weltweit verbreitet, zweigt aber keine Symptome
Aufgaben der Klinik:
- Frauenheilkunde (Gynäkologie)
- Geburtshilfe
- Diagnostik
-
- Ultraschall
- Einsatz schon seit 1972 -- Geburtshelfer
waren die ersten, die Ultraschall eingesetzt haben --, Bestimmung der Lage
des Fötus und Festellung der Anzahl der Kinder (Mehrlingsdiagnostik) sind
hier wichtige Aufgaben.
- Röntgendiagnostik
- früher, sehr risikoreich
- Kardiotokografie
- Analyse der Herztöne
- Gynäkologie
-
- operative
- Behandlung von Erkrankungen an den weiblichen Geschechtsorganen,
inclusive der Brust
- Onkologie
- Mamma-CA
- 30 bis 40% aller OPs der Frauenklinik, Tendenz steigend, jede 8. bis 10. Frau ist
betroffen
- Vulva-CA
- (große und kleine Schamlippen, Klitoris), fast nur in hohem
Alter, 4% aller Karzinome in der Gynäkologie, Therapie: Vulvektomie (verbunden
mit großer Infektionsgefahr für die Patientin), verbunden mit Entfernung der
Oberschenkellymphknoten. Hohe Verweildauer von ca. 45 Tagen.
- Vaginal-CA
- sehr selten, OP nicht möglich, einzige
Behandlungsmöglichkeit: Strahlentherapie verbunden mit Schädigung
des Enddarms und der Harnblase (Durchbrechen des Karzinoms möglich)
- Collum-CA
- Gebärmuttermund- oder -halskrebs, war früher häufigster Krebs in
der
Gynäkologie (also vor Mamma-CA), besonders jüngere Frauen (im Alter von ca.
30 Jahren) sind betroffen, besonders Frauen mit häufgerem
Partnerwechsel. Abstrichuntersuchung liefert 95%
Zuverlässigkeit. Verlust der Gebärmutter bei Radikal-OP. Bei Entdeckung in
nicht fortgeschrittenem Stadium ist auch die Entfernung einer
Scheidenmanschette ausreichend.
- Korpus-CA
- Gebärmutterkörperkrebs, vor allem bei älteren Frauen. Therapie:
Hysterektomie und Ovarektomie (da Metastasierung hier sehr wahrscheinlich),
auch Lymphknoten, falls nicht nur die Schleimhaut betroffen ist.
- Eileiter-CA
- sehr selten
- Ovarial-CA
- schlimmste Erkrankung in der Gynäkologie, alle
Altersgruppen betroffen, wird meist erst in einem späten Stadium entdeckt,
da erst dann Schmerzen auftreten.
Strahlentherapie, Heilung im Stadium III und IV
nicht möglich, durch Chemotherapie höchstens Lebensverlängerung.
Transvaginale Ultraschalldiagnostik meist sehr schlecht möglich,
Vorsorgeuntersuchung, also Erkennung in einem frühen Stadium, daher
schlecht möglich.
- gutartige Erkrankungen
- Zysten, Entzündungen
- Gebärmuttervergrößerungen (Myome)
- ungewollte Unfruchtbarkeit
- konservative
-
- Sozialmedizin
- ist Aufgabengebiet der Geburtshilfe und der
Frauenheilkunde, z.B.:
- arbeitsmedizinische Fragen
- Rauchen
- Ernährungsberatung
- Schwangerschaftsabbruch, geregelt in §218, ist heute aus sozialer und medizischer
Indikation möglich, nicht mehr aus kriminologischer Indikation
- Entzündungen
- Zyklusstörungen
- Fertilitätsstöungen
- endokrine Gynäkologie
- (also hormonbedingte Störungen)
- psychologische Aspekte
- Mamma-CA
- anno 1997 200 Patientinnen in Heilbronn, besonders die
Zahl betroffener junger Frauen z.Z. stark ansteigend
- viele Fälle bleiben unerkannt
- hohes Risiko in der Menopause und prämenopausal
- Risikofaktoren:
- familiäres Risiko (genetische Disposition)
- eventuell Ernährung
- regional: Risiko gering in Japan, hoch in Nordeuropa
- Übergewicht
- Hormoneinnahme (stark umstrittenes Thema): Östro- und Gestagene werden in
der Hormontherapie eingesetzt, z.B. nach Hysterektomie. Durch langjährige
Einnahme höheres CA-Risiko (dafür aber geringeres Osteoporose-Risiko).
Künstliche Östrogene (Pille): Thromboserisiko, Studienergebnisse bzgl. Krebsrisiko widersprüchlich
- Früherkennung: Mammografie (Röntgenuntersuchung) und Sonografie. NMR
ungeeignet. Mammografie nicht bei jüngeren Frauen (es sei denn, es handelt sich um eine
Risikopatientin), sondern erst ab Eintritt in die Wechseljahre
- OP:
während der OP Probeexzision und Schnellschnitt durch Pathologen, erst dann
kann festgestellt werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen
Tumor handelt, danach Festlegung der Therapie:
- 1.
- brusterhaltend mit 4- bis 6-wöchiger Nachbestrahlung bei kleinem Primärtumor
- 2.
- Entfernung der Brust. Lymphknoten müssen dann ebenfalls entfernt werden
- 3.
- zytostatische Therapie mit Antiöstrogenen (Chemotherapie)
- zur Leber allgemein
- Funktion der Leber siehe MED1
- Die Leber ist ein Drüsenorgan, es produziert Galle
- 95% des Stoffwechsels finden dort statt
- kleinste Einheit ist ein Leberläppchen
- Entstehung von Krankheiten durch toxische Substanzen, die in die Zelle gelangen (z.B. Alkohol), außerdem Entzündungen durch Bakterien, Viruserkrankungen
- akuter Verlauf einer alkoholbedingten Lebererkrankung
- 70--80% aller Lebererkrankungen lassen sich auf Alkoholgenuß
zurückführen
- Alkoholabbau in der Leber, falls in geringen Maßen aufgenommen:
Ethanol
(Alkoholdehydrogenase)
Acetaldehyd (noch giftiger als
Alkohol)
(Aldehyddehydrogenase)
Acetat
- Falls viel Alkohol abgebaut wird, verfettet die Leber, aber
prinzipiell keine Funktionsbeeinträchtigung
- Vermehrt sind in der Leber weiße Blutkörper vorhanden, die abgestorbene
Leberzellen abbauen (Lebensdauer durch hohen Alkoholgenuß 2 statt 3
Monate), dadurch werden
Entzündungszellen gereizt
- durch diese chronische Entzündung (alkoholbedingte Hepatitis) und Fettleber entstehen collagene Fasern (Leberfibrose)
- in Folge davon Leberzirrhose: Abschnürung der Leberläppchen und Abbau
von Bindegewebe
- in Folge davon: Leberversagen, Milzvergrößerung, Aszites (Ansammlung
von Flüssigkeit in der Bauchhöhle), Leber-CA, Tod
Hepatitis läßt sich über einen erhöhten Spiegel der Enzyme GPT, GOT, GLDH und
-GT
im Blut feststellen.
- Virushepatitis
- im Gegensatz zur alkoholbedingten Hepatits ist diese Verlaufsform nicht
chronisch, sondern zunächst akut.
Symptome:
- Grippe
- Gastroenterologische Störungen
- Ikterus (Gelbsucht, Gelbfärbung der Haut durch höheren
Bilirubinspiegel im Blut)
- Transaminasen im Blut
- Gerinnungsstörungen
Typen B und C gefährlich, weltweit verbreitet, in Südostasien und in Afrika
sind 90% der Bevölkerung infiziert, jählich 1 Mio Todesopfer
Mechanismus:
- der Virus befällt den Zellkern der Leberzelle
- dadurch werden ca. 70% der gesamten Leber zerstört
- die Reste werden über die Blutbahn abtransportiert
- ruft einen Antikörperreiz hervor.
Danach hat der Patient die Krankheit entweder überstanden, oder sie geht
in eine chronische Hepatitis über
Verlauf siehe oben.
- andere Ursachen einer chronischen Hepatits
- toxische Wirkung von Medikamenten
- Autoimmunerkrankungen
- Morbus Wilson (Chronische Störung des Kupferstoffwechsels)
- Hämochromatose (Störung des Eisenstoffwechsels)
- zur Gallenblase / Gallengänge
- Stauung des Gallenweges, Ursache z.B. Gallensteine (treten in D bei 40% aller
Frauen und bei 20% aller Männer auf)
- Galle geht ins Blut (und nicht in das Duodenum), dadurch Gelbsucht
- Weitere Folgen: Entzündung (Cholezystitis), Verschluß, Tumore im
Gallenweg, Gefahr der Ödembidung
- außerdem: Ikterus, Fieber, Schmerzen (im Unterschied zur Hepatitis)
- Therapie: Antibiotika, Cholezystektomie (Entfernung),
Gallenblasendrainage, bei Gallensteinen Ziehung endoskopisch nach Erweiterung
des Gallenwegs oder durch Stoßwellen (Zertrümmerung)
- Infektionskrankheiten
-
- Infektionskrankheit
- Krankheit, die durch eine Infektion, also das Eindringen von
Mikroorganismen,
hervorgerufen wird.
- Morbidität
- Anzahl der Erkrankten pro 100.000 Einwohner
- Mortalität
- Anzahl der Todesopfer pro 100.000 Einwohner
- Letalität
- Anzahl der Todesopfer pro erkrankter Person
- Inzidenz
- Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr
- Manifestationsindex
- Anzahl der Erkrankten pro infizierter Personen
- Epidemie
- Ausbreitung einer Infektionskrankheit
- übliche Symptome
- Fieber
- Störung des Allgemeinbefindens
- Herz-Kreislauf-Symptome
- Blutbildveränderungen
- Störungen der Nierenfunktion
- Magen-Darm-Störungen
- Hautveränderungn
- Störungen des ZNS
- Atemwegs-Symptome
- Ikterus
- Arten der Übertragung
- Tröpfcheninfektion
- Kontaktinfektion (direkt [von Person zu Person] oder indirekt [Person
Gegenstand
Person])
- Infektionen durch Bakterien
- mögliche Formen:
- Kokken (Kugelform)
- Staphylokokken (Traubenform)
- Streptokokken (Kettenform)
- Pneumokokken (oval)
Prinzip der Krankheitsentstehung:
- resistente Kapsel
- Enzyme, die die Umgebung zerstören oder sich in der Blutbahn verbreiten
(Abszidierungen),
z.B.: Lungenentzündung, Endokarditis
Je stärker die Virulenz eines Infektionserregers, desto stärker ist die
Krankheit. Je stärker die Abwehr des befallenen Organismus, desto schwächer
ist die Krankheit.
- Erkennung
- mikroskopisch
- Anzüchtung von fraglichen Kulturen
- Tierversuch (Virulenztest, LD50 = Dosis, bei der 50% der Tiere sterben)
- Immunantwort (``bilden sich Antikörper?'')
- Endokrinologie
-
- Schilddrüse
- Über einen Regelkreis wird der Spiegel der Hormone T3 / T4 im
Blut gesteuert, und zwar reagiert das Gehirn mit einer erhöhten Ausschüttung
von TSH bei zu niedrigem Hormonspiegel, die Schilddrüse reagiert daraufhin
mit einer erhöhten Hormonproduktion.
- Kretinismus
- Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern -- keine Entwicklung, Minderwuchs,
Schwerhörigkeit
- Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen
- Folgen:
- Konzentrationsstörungen
- Antriebsstörungen
- Müdigkeit
- Kälteempfindlichkeit
- Depressionen
- Übergewicht
- Schilddrüsenüberfunktion
- Folgen:
- Nervosität
- Depressionen
- Gewichtsverlust
Diagnose über Szintigramm: Spritzen von radioaktivem Iod, das sich in der
Schilddrüse anreichert, anschließend Aufnahme der radioaktiven Zonen
Ursache von Über- oder Unterproduktion kann ein Tumor sein. Ein Tumor liegt
dann vor, wenn das Gewebe soweit entartet ist, daß es keine Hormone mehr
produziert.
- weitere endokrin aktive Tumore
- Akromegalie durch Überproduktion von TSH: Riesenwuchs im Erwachsenenalter,
charakteristische Vergrößerung der Gesichtszüge, da insbesondere deren
Weichteile noch in der Lage sind, zu wachsen.
- Aufgabe
- Durchführung aller medzinisch notwendigen Laboruntersuchungen für das gesamte Krankenhaus:
- chemisch
- physikalisch
- biologisch
- Ausstattung
- relativ moderne Geräteausstattung
- eigene EDV
- Arten von medizinischen Laboratorien
- Eigenlabor eines Arztes (nur einfache Untersuchungen [mikroskopisch,
biologisch])
- Laborgemeinschaft mehrerer Ärzte (Rechtsform: GmbH, alle
Routineuntersuchungen, stark automatisiert, rechnet mit Arzt ab)
- fachärztliches Labor niedergelassener Laborfachärzte (hat den
Umfang eines mittelständischen Unternehmens, führ sämtliche
Laboruntersuchungen durch, rechnet direkt mit der Kasse ab)
- eigenständiges Institut im KH
- Labor im Krankenhaus mit fachärztlicher Leistung
Dozent ist nicht erschienen.
- warum Hals, Nase und Ohren zusammen?
- Die drei Organe stehen in enger Verbindung zueinander
- gemeinsame Untersuchungsmethoden
- Diagnostische Methoden der HNO-Heilkunde
-
- Ansehen
- in 80-90% der Fälle die wichtigste
Methode. Oft Einsatz der Endoskopie. Der Hohlspiegel
mit Loch ist eine Erfindung der HNO-Ärzte
- akustisch
- Hörprüfung
- Gleichgewichtsprüfungen
- Messung von akustisch erregten Potentialen
- per EEG
- Röntgenuntersuchungen
- Riechprüfungen
- Tasten
- z.B. bei Verdacht auf Schädelfraktur
- typische Fälle der HNO-Heilkunde
- abgerissenes Ohr durch Unfall
- abstehende Ohren, entweder angeboren oder durch Entzündung (z.B. Mastoiditis)
- Schnitt des Trommelfells zur Entlastung bei Entzündung des Mittelohrs
- gebrochene Nase
- kosmetische Korrektur der Nasenform
- akutes Nasenbluten
- Faszialislähmung
- Schwellungen der Höhlen, verursacht entweder durch Entzündungen oder Tumore
- Steinbildung in der Ohrspeicheldrüse
- Mandelentfernung
- Schilddrüsentumore (Randgebiet der HNO-Heilkunde)
- Entfernung des Kehlkopfs (Laryngotomie), z.B. bei Karzinom
- Untersuchungsmethoden in der Augenheilkunde
-
- Spaltlampe
- Lampe, die einen spaltförmigen Lichtstrahl emittiert, über
ein Kontaktglas
ist auch ein Blick in
den Kammerwinkel möglich.
- Applanationstonometer
- kann den Augeninnendruck messen. Dabei wird die Kraft gemessen, die erforderlich ist, um die Hornhaut auf einer
kreisförmigen Fläche abzuflachen.
- Sehprobentafeln
- Texte in verschiedener Größe müssen gelesen werden.
- Messung des Gesichtsfelds
- Prüfung des Farbsehens
- über pseudoisochromatische Tafeln
- Fluoreszenzangiografie
- Darstellung des Blutflusses am Augenhintergrund
- grauer Star
- Fachbezeichnung: Katarakt
- häufigste Erblindungsursache (ca. 60-80 Mio. Menschen), tritt erst in höherem Alter
auf, in der 1. Welt zu 100%
heilbar
- Symptom: Trübung der Linse, Auge sieht gräulich aus
- Ursachen: durch Diabetes mellitus, Cortisoneinnahme, angeboren oder intrauterin erworben (z.B. Rötelninfektion der Mutter)
- Therapie: früher: Entfernung der Linse (Sehvermögen dadurch nicht wieder
vollständig hergestellt), heute: Ersatz der Linse durch eine künstliche
- grüner Star
- Fachbezeichnung Glaukom
- tritt überlicherweise erst ab einem Alter von 40 Jahren auf
- Unterteilung in primäres, akutes, sekundäres und angeborenes Glaukom
- Augeninnendruck steigt durch mangelhaften Abluß der Flüssigkeit im
Augeninneren (normalerweise Abfluß über Kammerwinkel) oder (seltener) durch zu starken
Zufluß
- unter dem erhöhten Augeninnendruck leidet der Sehnerv am stärksten,
da dies die schwächste Stelle ist. Der Sehnervenkopf wird nach außen
gedrückt, Gefäße werden abgepreßt.
Gesichtsfeldeinschränkungen, werden erst spät vom Patienten bemerkt.
- Therapie
- medikamentös
- Medikamente (Miotika) weiten die Maschen im
Kammerwinkel. Nebenwirkungen: Verengung der Pupille, Kurzsichtigkeit
- mit
-Blockern
- Produktion von Flüssigkeit wird begrenzt, aber starke
Nebenwirkungen
- Prostaglandine
- Drosseln ebenfalls die Flüssigkeitsproduktion
- Anlegen einer Fistel zur Bindehaut
- Organe, mit denen sich die Urologie befaßt
- Niere
- Blase
- Prostata
- Penis
- Hoden
- Steintypen
-
- Kalziumoxalatsteine
- in der Niere: entstehen durch unausgewogene
Ernährung
Wohlstandsstein
- Struvitsteine
- entstehen durch Infekt, wachsen langsam, können aber
groß werden
- Harnsäuresteine
- sind im Röntgenbild nicht schattengebend
- Zystinsteine
- entstehen durch angeborene Störungen in enzymatischen
Abbauprozessen, daher sind Patienten mit diesem Steintyp oft noch jung
Steine können auch durch Prostatavergrößerung entstehen!
- Therapie
- früher Entfernung durch Schnitt, oder (seltener) Entfernung mit einer Schlinge
- Seit den 80er
Jahren extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL). Dabei werden von einem Punkt
Stoßwellen ausgesandt, die gebündelt werden und deren Brennpunkt an der zu
behandelnden Stelle liegt.
- perkutane (durch die Haupt) Nephrolithoskopie von Rücken zur
Niere, dort ebenfalls Zertrümmerung
- Urethroskopie, endoskopisch durch
Harnkanal
- Steinzersetzung per Laser
- Symptome von Steinen
- kolikartige Schmerzen, entstehen durch Überdehnung des Organs
- Diagnose
- Ultraschall
- Röntgen (weniger oft angewandt)
- Prostatavergrößerung
- Funktion der Prostata: sondert bei der Ejakulation ein Sekret ab, das
bewegungsauslösend für Spermien wirkt verhindert, durch Muskelzellen
retrograde (rückläufige, also Richting Harnblase in diesem Fall)
Ejakulation
- Ursache der Vergrößerung unbekannt, aber Wachstum mit Abnahme der männlichen Sexualhormone vermutet
- Symptome bei gutartiger Vergrößerung (Prostataadenom)
- auch als BPH (benigne Prostatahyperplasie) bezeichnet
- Schmerzen
- schwacher Harnstrahl
- Nachträufeln
- häufiger Harndrang
- Restharn in der Blase
- Symptome bei bösartiger Vergrößerung (Prostatakarzinom)
- keine Frühsymptome
- Schmerzen an Damm und Leiste
- Häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen
- Kreuz- und Rückenschmerzen
- Diagnose
- Tastbefund
- rektal per Ultraschall
- PSA-Wert: Prostataspezifisches Antigen im Blut, normal: 4ng/ml
- Punktion der Prostata
- Therapie
- bei gutartiger Vergrößerung zunächst durch pflanzliche Wirkstoffe,
die den Harndrang hemmen:
-
-1-Rezeptorenblocker
- 5-
-Reduktasehemmer (FINASTERID)
-
Prostataadenomektomie: chirurgische Entfernung von erweitertem Gewebe,
entweder thermisch (Gerinnung der Eiweiße durch Mikrowellen), per Laser
oder durch Abhobelung (alles endoskopisch)
Script zur Vorlesung wollte Dozent selbst erstellen und zur Verfügung
stellen.
Dozent ist nicht erschienen.
- häufigste Todesursachen in Deutschland
- 1.
- 2.
- KHK-Krankheiten: Apoplexie, Herzinfarkt
- 3.
- Krebs
- Arten der Krebstherapie
- 45% mit Metastasen
- 70% Radiotherapie
- 30% palliative Chemotherapie
- 55% ohne Metastasen
- Heilung in 35% aller Fälle
allgemein:
- 3--5% Chemotherapie
- ca. 50% Radiotherapie
- ca. 50% Chirurgie
- benigner Tumor
- ist häufig eingekapselt
- wächst nicht invasiv
- ist gut differenzierbar
- hat eine niedrige Zellteilungsrate
- ist nicht metastasierend
- maligner Tumor
- besitzt keine umgebende Kapsel
- wächst invasiv
- ist schlecht differenzierbar
- hat eine hohe Zellteilungsrate
- ist metastasierend
- Entstehung eines Tumors
- normale Zelle
chemische Einwirkung / physikalischer Reiz / Viren
/ genetische Disposition
Tumorzelle
Zelltod
(von selbst oder durch Immunsystem) oder Wachstum des Tumors
- allgemeiner Zweck der Tumortherapie
- entweder:
- Heilung (curative Behandlung) oder
- Lebensverlängerung oder
- Verlängerung des Disease free survival oder
- palliative Effekte
- postoperative Bestrahlung
- als Zusatztherapie bei nicht-radikaler OP
- als räumliche Ergänzung zur OP bei tatsächlichem oder möglichem Befall regionaler Lymphknoten
- präoperative Bestrahlung
- Verminderung der Häufigkeit von lokalen und regionalen Rezidiven
- Umwandlung eines inoperablen Tumors in einen operablem
- Verminderung der Häufigkeit von Fernmetastasen
- Therapie mit Röntgenstrahlung
- früher übliche Methode, heute noch verwendet für oberflächlich liegende
gutartige Tumore.
- Therapie mit Kobalt-60-Strahlung
- ebenfalls gut geeignet für oberflächlich liegende Tumore. Dieses Verfahren
ist aber dem Linearbeschleuniger gewichen, denn Nachteil: unscharfe
Feldränder.
- Therapie mit dem Linearbeschleuniger
- Von einem Heizdraht aus Wolfram werden Elektronen im Hochvakuum elektromagnetisch
beschleunigt und auf ein Target (eine Bleiplatte) gerichtet, wo damit ultraharte
Röntgenstrahlung erzeugt wird. Vorteile des Linearbeschleunigers:
- keine Halbschatten
- gut fokusierbar
- größere Felder möglich
- hohe Tiefenwirkung (sehr wichtig!)
- Physikalische Abläufe beim Linearbeschleuniger
- energiereiches Photon erreicht L-Schale
Compton-Effekt: Photon schlägt Elektron aus seiner Bahn, dabei wird noch ein Quant niederigerer Energie frei
Aufbau-Effekt: Das Elektron schlägt weitere Elektronen aus seiner Bahn
es entstehen Paar von Elektronen und Positronen (E=mc2)
Protonen werden aus dem Kern geschleudert
biochemischer Effekt: insbesondere wird Wasser ionisiert, es entsteht
Peroxid:
biologischer Effekte: Schädigung der DNS: Einzel- oder Doppelschädigung, Basenveränderung
- Therapie mit Elektronenstrahlen
- wird bei Hautkarzinomen angewandt.
- Bestrahlungsplanung abhängig von
- Größe
- Histologie
- Grad der Differenzierung
- Sauerstoffversorgung
des Tumors und von
- Alter
- Körperregion
- Allgemeinzustand
- vorausgegangenen OPs
- Infektionen
- Medikation
des Patienten
- Qualitätssicherung
- EDV-gestützte Verifikationssysteme (stimmen Bestrahlungsparameter mit
Patient überein?)
- Positionierung des Patienten, z.B. mit Hilfe von Masken
- Bestrahlungsplan
- Fotos
- TV-Überwachung
- Dokumentation
- beteiligt bei der Tumortherapie
- Diagnostik
- Therapeuten
- operativ (insbesondere Internist)
- medikamentös (Chemotherapie)
- Strahlentherapie
- sonstige
- Seelsorge
- Pflegedienst ambulant / stationär
- beteiligt an Tumorkonferenz
- Chirurg
- Internist
- Pathologe
- Strahlentherapeut
- andere im Bedarfsfall, auch Hausarzt
- Ablauf einer Tumorbehandlung
- Verdacht

Diagnosestellung (Gewebsuntersuchung), evtl durch kleine OP 
Formulierung des vorläufigen Therapieziels:
- falls zurückhaltend: palliative Primärtherapie oder supportative Therapie (nur noch symtombezogen)
TOD
- sonst kurative Primärtherapie:
- Vollremission (Entfernung aller Tumorzellen)
- Nachsorge: entweder Heilung oder Rezidiv (Rückfall)
- adjudative Therapie
- unterstützende Therapie, z.B. Strahlentherapie zusätzlich zu OP.
Entscheidung für adjudative Maßnahmen schwierig / Rückfallwahrscheinlichkeit
schwierig abschätzbar, keine festen Kriterien bisher vorhanden. Evtl. durch KI-Systeme
zukünftig bessere Prognose möglich.
- Tumorklassifikation (Staging): TNM-System
- TNM:
- T
- Tumor: T1 (kleiner Tumor) bis T4 (Tumor, der über das Organ
hinausgewachsen ist)
- N
- Nodes (Lymphknoten): Nx (konnte nicht festgestellt werden / nicht
eindeutig nachweisbar), N0 (kein Lymphknotenbefall), N1 (Befall von
Lymphknoten)
- M
- Metastasen: M0 (keine Metastasen), M1 (Metastasen)
- c
- davor: klinisch festgestellt
- p
- davor: pathologisch festgestellt
- Therapieentscheidung basiert auf
- Ansprechrate (Erfahrungswert)
- Nebenwirkungen (Erfahrungswert)
- Patientenwunsch
- unter allen Umständen wird behandelt
-
Sehr niedrige Suizidrate unter Tumorpatienten.
- Therapieverfahren
- chirurgisch
- strahlentherapeutisch
- medikamentös
- Chemotherapie
- Hormontherapie
- Immuntherapie
- außerdem weitere Sonderverfahren / Außenseitermethoden
Die Neurologie behandelt organische Erkrankungen des Nervensystems,
in Gegensatz zur Psychiatrie (psychogene Krankheiten).
10% der Patienten haben neurologische Störungen psychischen Ursprungs.
- neurologische Krankheiten des Gehirns
-
- Apoplexie (Schlaganfall)
- häufigste neurologische Krankheit überhaupt
- MS
- (multiple Sklerose): Entzündung am Nervensystem durch eine
Autoimmunerkrankung, zweithäufigste
neurologische Krankheit
- morbus Alzheimer
- degenerative Hirnerkrankung, Ursache unklar
- morbus Parkinson
- degenerative Hirnerkrankung, dopaminerzeugende
Neuronen sterben ab
- Tumoren
- Entzündungen
- z.B. Hirnhautentzündung -- Meningitis
- Epilepsie
- Creuzfeld-Jakob
- verwandt mit der BSE-Krankheit (bovine spongiforme
Enzephalopathie)
- neurologische Krankheiten des zentralen Nervensystems(ZNS)
-
- Querschnittslähmung
- mögliche Ursachen: MS, Tumor, Blutung oder Unfall
- Polio
- (Kinderlähmung) Verbindungen am Übergang von ZNS zu PNS werden
zerstört
- neurologische Krankheiten des periphären Nervensystems(PNS)
-
- Polyneuropathie
- durch Diabetes mellitus (irreversibel) oder Alkohol
(reversibel): Schädigung der Markscheide, dadurch Empfindungsstörungen in
der Peripherie, zuerst Hände und Füße (Stichwort: diabetischer Fuß)
- Polyneuritis
- Entzündung der peripheren Nervenbahnen
- Drucklähmungen
- Diagnostische Verfahren in der Neurologie
- besonders wichtig: Anamnese
- Sehvermögen: Augen müssen sich bei Beobachtung eines sich bewegenden
Gegenstands (links / rechts) mitbewegen. Bei Alkoholikern: ruckartige
Bewegungen der Augen, Zittern im Augenwinkel
- Reflexe
- Motorik
- Sensorik
- EEG (Elektroenzephalogramm), Messung der Hirnströme mit 12, 24 oder 36
Elektroden, je 2 symmetrisch angeordnet, angewandt zur Diagnose von
Epilepsien
- Untersuchung der elektrischen Leitfähigkeit von Nervenbahnen
- Dopplersonografie: Messung des Blutflusses in Gefäßen, z.B. zur
Vorbeugung von Apoplexie
- Computertomografie
- NMR, neueste Methode: funktionelle NMR
- Apoplexie
-
- Gruppen
- Schlaganfall durch zu hohen Blutdruck (Stalin starb 1951 an einer Hirnblutung)
- Schlaganfall durch Herzkrankheit und Embolien in Folge davon (Todesurssache von
Roosevelt, der einen Herzklappenfehler besaß)
- Schlaganfall durch schleichende Erkrankung der Mikrogefäße im Hirn, z.B. durch
Diabetes, Rauchen oder Übergewicht. Symptome wie Alzheimer (Todesursache von
Churchill)
- Inzidenz (alte Bundesländer)
- 340.000 Herzinfarkte pro Jahr
- 240.000 Schlaganfälle pro Jahr
- Auswirkungen
- 31% bleiben auf fremde Hilfe angewiesen
- 20% brauchen Hilfe beim Gehen
- 20% erleiden Sprachstörungen
- 16% werden Pflegefälle
- 15 bis 20% sterben unmittelbar
- Ursache
- Der Schlaganfall ist Folge einer plötzlicher Durchblutungsstörung.
- Die Blutversorung des
Gehirns erfolgt über 2 Halsschlagadern und 2 Wirbelschlagadern:
- diese 4 Adern
sind über einen Gefäßring im Schädelraum miteinander verbunden, so daß
Durchblutungsstörungen ausgeglichen werden können.
- Das Schlaganfallrisiko ist davon abhängig, wie gut der Ring ausgebildet ist.
- Falls die Durchblutungsstörung im Umfeld dieses Rings auftritt: Tod, je
weiter außen, desto weniger schwerwiegend sind die Folgen.
- Vorstufen
-
- TIA
- (transistorische ischämische Attacke) kurzzeitige
Funktionsstörung eines Köperteils
- PRIND
- (prolonged reversible ischaemic neurological deficit) Funktionsstörung länger als 24 Stunden, aber reversibel
- Schlaganfall
- dauerhafter Ausfall
- Anzeichen
- Halbseitenlähmung oder Gefühlslosigkeit
- Sehstörung (Gesichtsfeld, ein Auge betroffen)
- Sprachstörung
- plötzliche Gangunsicherheit, Fallneigung, Schwindel
- Bewußtlosigkeit
Im Gegensatz zum Herzinfarkt keine Schmerzen!
- Diagnose
-
- CT
- NMR
- hier ist schon unmittelbar nach dem Schlaganfall etwas erkennbar
- Angiografie
- der Halsschlagader
- Behandlung
- medizinische Basisversorgung:
- Atmung sicherstellen
- Herzfunktion sicherstellen
- Blutzuckerspiegel darf nicht zu hoch liegen (sonst aerobe
Glykolyse, dadurch Giftstoffe im Gehirn)
- Flüssigkeitsversorgung sicherstellen
hoher Blutdruck ist eine übliche Begleiterscheinung zum Schlaganfall, die nicht behandelt werden muß
spezielle Therapiemaßnahmen:
- Schutz des minderdurchbluteten Gebiets
- Verbesserung der Durchblutung
- bei Einengung der Halsschlagader ist eine OP (Ballondillatation) gut
möglich, in anderen Fällen hohes SA-Risiko durch Absprengen von Gerinnseln
- hohes Schlaganfallrisiko durch
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauferkrankungen
- Diabetes
- Rauchen
- Altersverteilung
- Risiko hoch ab dem 60. Lebensjahr
- noch höher ab dem 75. Lebensjahr
- bei Männern höher als bei Frauen
- nach TIA liegt das Schlaganfall-Risiko innherhalb der kommenden 5 Jahre bei 33%
- Vorbeugung
- mäßiger Alkoholkonsum (1/4l Wein täglich)
- morbus Parkinson
-
- Entstehung
- Betroffen ist die substanza nigra im Gehirn, dort Verlust der
melaninhaltigen Dopaminneurone. Ab einem Verlust von 60% treten die
Symptome der Krankheit auf, ein geringerer Verlust mit fortschreitendem Alter ist
normal. Die genaue Ursache ist ungeklärt, evtl. liegt eine oxidative Streßreaktion
vor, evtl. auch Strahlung oder Umweltgifte.
Durch Fehlen des Neurotransmitters Dopamin keine
Reizübertragung zwischen Neuronen.
Auch Medikamente können Parkinson-Syndrome auslösen, allerdings reversibel
- Symptome
-
- Bradykinese
- kraniale Motorik: versteiftes Gesicht, langsame Sprache
- Rigor
- Steifheit der Muskulatur in den Extremitäten
- Tremor
- (Zittern) meist einseitig, bessert sich bei gezielter Bewegung, verschlechtert sich bei emotionaler Belastung, Frequenz ca 4-5 Hz
(elektrisch meßbar)
außerdem: Depressionen (bei 60%), Preservationsneigung, autonome
Störungen (Obstipation...)
- Frühsymptome
- steife Hüfte oder Nacken
- gestörte Feinmotorik (beispielsweise beim Essen)
- depressive Stimmungszustände
- medikamentöse Therapie
- durch Gabe von dopaminverwandten Substanzen
- durch Behandlung Symptomfreiheit für ca. 10 Jahre
- Probleme bei der Langzeitanwendung: Dopamin wird nicht mehr vollständig aufgenommen
- begleitend:
- Krankengymnastik
- psychosoziale Betreuung (Aufklärung, Beratung, Förderung der Selbständigkeit)
- eiweißarme Diät
extra Script!
Koronare Herzkrankheit (KHK): Herzerkrankung durch ein Mißverhältnis
zwischen Sauerstoffbedarf und -angebot im Herzmuskel (Myokard)
Arten der KHK:
- akuter Myokardinfarkt (AMI)
- (stabile symptomatische KHK -- Herzinfarkt)
Durch Sauerstoffmangel verursachter Untergang von Herzmuskelgewebe. Folge:
Narbe im Herzmuskelgewebe.
- Verlauf
- Anlagerung von überschüssigem Cholesterin in der Gefäßwand
- Entzündungszellen lagern sich darüber
- eine Plaque platzt
- Blut kommt in Kontakt mit dem Gewebe
- Gerinnung
- Thrombus
- Herzinfarkt
- Diagnostik
- klinische Beschwerden (Schmerz im linken Brustraum, strahlen in den
linken Arm)
- EKG (hohe und breite T-Welle)
- hohe Laborwerte der Enzyme CK-MB (Kreatinkinase) und Troponin T
- Koronarangiografie
Therapieziel beim AMI: rasche Wiederherstellung der Durchbutung des
Herzmuskels. Möglichkeiten siehe unten.
- instabile symptomatische KHK: Angina pectoris
- Schmerzen im Herzbereich, die sich aber wieder zurückbilden. Die Gefahr
eines AMI innerhalb der folgenden 30 Tage liegt bei 50%.
- latente KHK
- Der Patient bemerkt seine Erkrankung nicht, aber sie kann per EKG
festgestellt werden, z.B. bei Polyneuropathie bei Diabetes mellitus
- Risikofaktoren für eine KHK allgemein
- Übergewicht
- erhöhte Cholesterinwerte
- Alter
- Rauchen
- Schädigungen der Gefäße
- Bluthochdruck
- Streß
- Ernährung
- endokrinologische Erkrankungen
- familiäre Disposition
die KHK ist also eine Wohlstandserkrankung.
außerdem: Herzklappenfehler, Fieber, körperliche Arbeit
- Diagnostik der Kardiologie
-
- Anamnese
- psychische und physische Belastung, Rhythmusstörungen,
Dyspnoe (Erschwerung der Atmung, subjektive Atemnot), Kälteangina,
Walking-through-Angina
- Ruhe-EKG
- Belastungs-EKG
- Linksherzkatheter (LHK)
- definitiver Nachweis und Lokalisation von
Stenosen (Verengungen) der Koronaraterien
- Echokardiografie
- Ultraschalluntersuchung des Herzens, Darstellung des
Blutflusses mit Hilfe des Doppler-Effekts
- Streßechokardiografie
- Echokardiografie unter Belastung
- Myokard-Szintigramm
- Therapie der KHK
-
- Beta-Blocker
- senken die Herzfrequenz und erweitern die Herzgefäße
- Ca-Antagonisten
- senken den Blutdruck
- Acetyl-Salicylsäure-Präparate
- (ASS, Aspirin,...) wirken als Thrombosehemmer
- Bypass-OP
- (venös oder arteriell)
- Ballon-Dillatation (PTCA)
- insbesondere nach AMI, Erweiterung verengter Gefäße über einen
endoskopisch eingeführten Ballon, gegebenenfalls auch dauerhafte Erweiterung
durch ein Stent (Prothese, die das Gefäß offenhält)
- Arbeitsbereich ist die Diagnose außerhalb der Station (neben Labor und
Radiologie)
- optische morphologische Diagnose, also subzellulare, zellulare oder
grob makroskopische Untersuchung von Gewebe mit dem Auge (unter Zuhilfenahme des
Mikroskops), ist nur möglich, falls pathologische Strukturveränderungen
vorliegen.
- Unterteilung:
- Sektionen
- nehmen ca. 4% der Arbeitszeit des Pathologen in Anspruch,
sie dienen der klinischen Kontrolle bei Fragestellungen wie Wurde die
richtige Diagnose gestellt?
- Histologie
- Untersuchung von Gewebestücken, also ganzen Zellverbünden.
Fast sämtliches Gewebe des Körpers kann untersucht werden.
- Vollständig oder in größeren Teilen entnommene Organe
heißen Resektat oder Exzidat, kleine Proben heißen PE (Probeexzision)
- Problem der Histologie: durch die Überlagerung der Zellstrukturen ist eine
mikroskopische Untersuchung nur möglich, falls das Präparat in dünne
Scheiben geschnitten wurde (3-5
m -- eine Leberzelle hat z.B. eine Dicke
von 30
m)
- Herstellung von dünnen Schnitten:
Problem: Das Gewebe muß hart sein
- für Schnellschnitte (Gewebsuntersuchungen während laufender OP):
Gefriertechnik, dauert ca. 10min
- Dauerpräparate durch Paraffintechnik:
- 1.
- Entwässerung über Nacht
- 2.
- Einbetten in Paraffin
- 3.
- Schnitt von 3-5
m Dicke
- 4.
- Färbung mit Hämatoxylin-Eosin
- Zytologie
- Untersuchung einzelner Zellen, entnommen aus
Gewebsflüssigkeiten nach Zentrifugierung oder aus Abstrich
-
- Pathologie und Tumortherapie
- Ursachen für einen Tumor als Todesursache:
- Menge der Tumorzellen (der Körper ist nicht mehr in der Lage, das
restliche Gewebe zu ernähren, da der Tumor ihm nötige Nährstoffe entzieht)
- Komplikationen durch den Tumor, z.B. Ileus (Darmverschluß)
- bösartige Tumoren müssen sehr großflächig exzidiert werden.
- Stadien eines Tumors:
- 1.
- Dysplasie: Fehlentwicklung von Gewebezellen
- 2.
- schwere Dysplasie
- 3.
- Carcinoma in situ -- Tumorgewebe, das noch nicht metastasiert. Dieser
Zustand kann über Jahre bestehen.
- 4.
- invasives Karzinom
- Beispiel: Erkennung eines Karzinoms am Übergang zwischen Magen und Ösophagus
(Speiseröhre): im Magen befindet sich Zylinderepithel, im Ösophagus
Plattenepithel. Der Pathologie kann hier eine Verschiebung des Übergangs
feststellen (Metaplasie).
- Entscheidungen des Pathologen in der Tumortherapie:
- 1.
- Klassifikation des Tumorstadiums
- 2.
- Feststellen, ob gutartig oder bösartig
- 3.
- Prognose über den weiteren Krankheitsverlauf
- 4.
- Einwirken auf die Therapieentscheidung
- Geschichte
- 1880 entdecken J. und P. Curie den piezoelekrischen Effekt
- 1895 Entdeckung der Röntgenstrahlen durch C.W. Roentgen
- 1896 Entdeckung der natürlichen Radioaktivität duch Becquerel
- Röntgendiagnostik
- eine Röhre erzeugt Röntgenstrahlung
- Blendenkasten: Bleiabschirmungen begrenzen die Strahlung in eine Richtung
- auf der gegenüberliegenden Seite des Patienten befindet sich in einer
Schublade ein Film als Datenträger
- Wirkungsweise: homogene Strahlung wird im Patienten unterschiedlich stark
absorbiert
- in der Filmkasette befinet sich ein Leuchtmittel, das das Bild verstärkt
- Angiografie
- dem Patienten wird ein radioaktives Kontrastmittel gespritzt
- mit Hilfe eines Bildverstärker wird ein Bild der Verteilung des
Kontrastmittels erzeugt
- Computertomografie
- eine Röntgenröhre rotiert um den Patienten in der
Transversalebene
- ein Röntgendetektor ersetzt die Bildplatte
- per EDV wird aus
dem Ergebnis ein Schnittbild berechnet
Die Dermatolgie befaßt sich mit der Haut und den sichtbaren Schleimhäuten und
Anhangsgebieten (Haare, Nägel, Schweißdrüsen,...):
- Gebiete der Dermatologie
-
- Venerologie
- Behandlung von Geschlechtskrankheiten
- Allergologie
- Behandlung von allergischen Erkrankungen (z.B.
Berufsdermatosen)
- Andrologie
- Behandlung der Zeugungsunfähigkeit
- Bakteriologie / Mykologie
- Hautbezogene Behandlung von bakteriell
bzw. durch Pilze verursachten Krankheiten
- operative Dermatologie
- insbesondere Behandlung von Tumoren: Therapie
und Kosmetik
- Parasitologie
- Hautbezogene Behandlung von Krankheiten, die durch
Parasiten ausgelöst werden, aber auch intestinal
- Phlebologie
- Behandlung von Gefäßerkrankungen (z.B. Krampfadern,
Hämorrhoiden)
- Proktologie
- Behandlung von Krankheiten im Bereich des Enddarms
- Trichologie
- Behandlung von Erkrankungen der Haare
- Umweltmedizin
- Behandlung von Hauterkrankungen durch Umwelteinflüsse
- Funktion der Haut
-
- Abwehr
- physikalisch (z.B. Schutz vor Strahlung)
- chemisch (durch Säureschutzmantel)
- biologisch (z.B. Abwehr von Infektionen)
- Anpassung und Vermittlung
- -- Tastsinn, Wärmegefühl,...
- Stoffwechsel
- Atmung über die Haupt
- Temparaturregelung durch Wasseraustausch mit der Umgebung
- Schädigung über die Haut
- Eine Schädigung über die Haut tritt allgemein durch folgende Faktoren ein:
- höhere Permeabilität (Durchlässigkeit) der Haut (z.B. durch Chlorofom
und Methanol)
- Toxizität der einwirkenden Substanzen (z.B. Aromate, Terpentin,...)
- Der Körper resorbiert Stoffe über die Haut, allerdings je nach
Körperregion unterschiedlich stark
- Therapiemöglichkeiten
-
- lokale
- Therapie
- pharmakologisch / chemisch durch Medikamente
- physikalisch (z.B. Strahlentherapie)
- interne
- Therapie
- Ursachen für Hautschädigungen bei Säuglingen
- zu häufiges Baden
- zu langes Baden
- Verwendung von Detergenzien in zu hoher Konzentration
- falsche Badetemperatur
- unnötiges Einsalben und Einölen
- seltener Windelwechsel (Windeldermatitis)
- scheuernde Kleidung
- Nachteile fetter Salben und Öle
- Schweißretention in feuchten Regionen (Ekzemtod)
- Entstehung einer Pomaden-Akne
- Dermatitis durch freiwerdende Fettsäuren
- Bereitstellung eines Nährsubstrats für Mikroorganismen
- die Altershaut
- Fettarmut und Trockenheit
- Abnahme der Zellagen (Atrophie)
- Abnahme von elastischen Fasern (Erschlaffung)
- Verdickung der Tonofilamente (Verklumpung)
- Allergien
- Bei einer Allergie handelt es sich um eine Immunreaktion
(Antigen-Antikörperreaktion), die durch ihren stürmischen Verlauf zur
Schädigung von Organen führen kann.
- Typ I
- Sofort-Typ-Reaktion (Anaphyloxie)
- Reaktion findet auf der Mastzelle statt
- Freisetzung von Mediatoren durch Degranulation der Mastzellen
- Typ II
- zytotoxischer Typ
- die eindringende Substanz bewirkt die Produktion von Antikörpern mit
zytophilen Eigenschaften, die sich z.B. auf Granulozyten setzen.
- bei einem erneuten Kontakt kommt es zu einer
Antigen-Antikörper-Reaktion auf den Granulozyten
- dadurch Zytolyse
- Typ III
- Immunkomplex-Typ
- Bildung von Immunkomplexen, dadurch Komplementbildung
- auch bekannt als Serumkrankheit
- Typ IV
- Spät-Typ
- Freisetzung von T-Lymphozyten bei erneutem Kontakt mit Antigen,
dadurch Entzündungsreaktion
- Typ des Kontaktekzems
- Insektenstiche
- allergische Reaktionen auf Bienen- und Wespenstiche können tödliche Folgen haben
- Hummel- und Hornissenstiche weniger
- durch Hyposensibilisierung kann zu 100% eine Heilung erzielt werden
- Voraussetzungen für ein Kontaktekzem
- chemisch: Fähigkeit der verursachenden Substanz, mit Proteinen kovalente Bindungen
einzugehen
- hohe Konzentration der Substanz
- häufiger Kontakt mit der Substanz
- langer Kontakt mit der Substanz
- genetische Faktoren (Veranlagung)
- schlechter Zustand der Haut
- Diagnose des Kontaktekzems
- Anamnese
- Klinik (Aussehen, Verlauf)
- Lokalisation
Zusammenfassung von MED2
(Chefarztvorlesungen)
im
Sommersemester 1998
an der FH Heilbronn / Uni Heidelberg
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Computer Based Learning Unit, University of Leeds.
The command line arguments were:
latex2html -split 1 -dir /home/jaehne/public_html/med2/html/ /home/jaehne/public_html/med2/med2.tex.
The translation was initiated by Klaus Jähne (MI) on 9/10/1998
Klaus Jähne (MI)
9/10/1998