Unterabschnitte


Ein generisches CIM-Schema für Mailserver

Mit dem Entwurf eines Objektmodells für Mailserver-Systeme in Form eines CIM-Schemas beginnt der praktische Teile dieser Arbeit, nachdem zuvor bereits die zu berücksichtigenden Produkte ausgewählt wurden (Kapitel 6). Hauptaugenmerk im Rahmen des praktischen Teils galt dabei dem Schema:

Der Entwurf des Schemas gliederte sich in fünf Schritte:

  1. genaue Definition des Umfangs des Modells in Hinsicht auf die Aspekte eines Mailservers, die innerhalb des Modells definiert werden sollen.
  2. Identifikation allgemeiner Objektklassen, die innerhalb des im ersten Schritt definierten Bereichs liegen.
  3. Formulierung des CIM-Objektmodells in UML (siehe Kapitel 5.2.1) mit allen Attributen, Methoden und Assoziationen.
  4. Ableitung dieser Klassen von solchen des CIM Common Schema[*] (siehe Kapitel 5.2.3). Damit lag des Schema für Mailserver-Systeme als CIM Extension Schema (siehe Kapitel 5.2.4) vor.
  5. Umsetzung des CIM-Schemas von UML in eine MOF-Datei (siehe Kapitel 5.2.1.2) zur weiteren Verwendung innerhalb eines CIMOM (siehe Kapitel 5.4.1), der für die spätere Implementierung (siehe Kapitel 8) verwendet wird.

Auf den ersten Punkt wird in Kapitel 7.1 eingegangen, der zweite Punkt wird dann in Kapitel 7.2 behandelt. Die Punkte drei und vier kommen schließlich in Kapitel 7.3 zum Zuge. Das Ergebnis von Punkt fünf, der lediglich eine Transformation des Ergebnisses von Punkt vier darstellt, ist in Anhang A.3 aufgeführt.


Definition des Modellumfangs

Im Rahmen des praktischen Teils dieser Arbeit sollte ein CIM-Schema für das Management eines Mailserver-Systems entstehen. Da es sich bei einem Mailserver-System um ein ein sehr komplexes Gebilde handelt, wurde schnell deutlich, dass die Modellierung der wichtigsten Teilbereiche zunächst ausreichend sein dürfte.

Besonderer Aspekt dieser Arbeit war es -- wie schon aus der Fragestellung der Arbeit hervorgeht (nämlich, ob CIM für die Konfiguration verteilter Anwendungen geeignet ist) -- das Konfigurationsmanagement eines solchen Systems zu modellieren. Das bedeutet, dass die Aspekte des Fehler-, Performance-, Accounting- und Security-Management für den Entwurf von geringerem Interesse waren und daher hier kein Wert auf Vollständigkeit gelegt wurde.

Ein weiterer Aspekt war die Frage, in welchen Bereichen der Konfigurationsverwaltung ein CIM-basiertes Management einen Nutzen bringt. Generell können zwei verschiedene Tätigkeiten im Rahmen der Konfiguration eines Mailservers identifiziert werden:

Zweifellos kann hier durch eine Abdeckung des zweiten Punkts ein höherer Nutzen erzielt werden, da hier eine Umsetzung weitaus häufiger eingesetzt werden würde.

Somit stand fest, dass durch das Modell primär der Bereich eines Mailserver-Systems bearbeitet werden sollte, der für die User-Anbindung eingesetzt wird, während der MTA-Teil, der für die Kommunikation mit anderen Mailserver-Systemen eingesetzt wird, nicht berücksichtigt wird. Für diesen Teil, der für sich alleine eine hohe Komplexität aufweist[*], wäre jedoch eine spätere Erweiterung des Schemas möglich.


Identifikation von Objektklassen

Die wichtigsten Objektklassen für das Management eines Mailserver-Systems innerhalb des vorherigen Kapitels 7.1 festgelegt wurden, sollen an dieser Stelle vorgestellt werden. Die Vorgehensweise für die Identifikation entsprach dabei den üblichen Leitlinien für die objektorientierte Softwareentwicklung, wie sie beispielsweise in [23] beschrieben werden.

Als die wesentlichen Elemente wurden identifiziert:


Formulierung des Extension Schemas

Die vollständige Umsetzung des Modells für Mailserver-Systeme im Rahmen des in Kapitel 7.1 festgelegten Umfangs in ein CIM-UML-Diagramm ist in den folgenden Abbildungen wiedergeben -- eine Verteilung auf mehrere Seiten war dabei unumgänglich:

Alle Klassen, deren Name mit Mail_ beginnt, sind dabei die eigenen Klassen des Extension Schemas, während den Klassen der CIM Core und Common Modelle, der Namensraum CIM_ vorangestellt ist.

Abbildung 7.1: CIM-Schema für Mailserver-Systeme, Teil 1
Image mail_import-p1.png 

Abbildung 7.2: CIM-Schema für Mailserver-Systeme, Teil 2
Image mail_import-p2.png 

Abbildung 7.3: CIM-Schema für Mailserver-Systeme, Teil 3
Image mail_import-p3.png 

Die Transformation des Schemas in eine MOF-Datei befindet sich im Anhang A.3. Dort wurden sämtliche Klassen und Assoziationen in englischer Sprache kommentiert. Die CIM-Klassen des Common Schema, die für den eigenen Entwurf die Grundlage bildeten, finden sich in gleicher Weise in Anhang A.2.

Die wichtigsten entworfenen CIM-Klassen sollen an dieser Stelle erläutert werden -- eine vollständige Vorstellung aller Klassen würde den Umfang der Arbeit an dieser Stelle sprengen.



Fußnoten

... Schema[*]
die zugrunde liegende Version war die zum Erstellungszeitpunkt aktuelle 2.6
... aufweist[*]
Der MTA Postfix besitzt ca. 310 Konfigurationsoptionen, während es in sendmail für diesen Zweck eine eigene Programmiersprache gibt.