Abschließende Betrachtung

Das Common Information Model bietet einen vollständigen Ansatz zum Management komplexer IT-Strukturen und wird der Forderung gerecht, die Verwaltung verteile Systeme auf eine effiziente Weise zu ermöglichen.

Auf Basis des CIM Common Schema ist es möglich, alle Grundaufgaben des Systems Management abzudecken. Für spezifische Aufgaben des Konfigurationsmanagements, die stellvertretend durch das Management von Mailservern evaluiert wurden, zeigte sich, dass diese durch Erweiterungen des Common Schema mit vertretbarem Aufwand abzudecken sind. Da CIM auf objektorientierte Technologien aufbaut, sind solche Erweiterungen durch Vererbung problemlos in vorhandene Schemata integrierbar.

Der Forderung nach einem anwendungssystemübergreifenden Konfigurationsmanagement kommt CIM ebenfalls nach. Auf allgemeine Eigenschaften von Anwendungen kann durch die Objektorientierung jederzeit über Oberklassen zugegriffen werden, was sich im Rahmen der Pilotimplementierung zeigte. Mögliche Fallstricke und ihre Lösungen wurden dabei erkannt:

CIM und WBEM bestehen seit 1996 bzw. 1998, konnten sich allerdings noch nicht als der Standard für das Systems Management durchsetzen, was in der Vergangenheit möglicherweise an den recht hohen Systemanforderungen für CIM-Implementierungen lag. Einerseits sind nun zwischenzeitlich vielversprechende Ansätze wie WMI, Sun WBEM oder Tivoli Monitoring verfügbar, andererseits wurden vorhandene Produkte wie FrontLine Manager ersatzlos abgekündigt. Nimmt man andere Technologien wie SGML / XML oder LDAP zur Hand, zeigt sich jedoch, dass die ,,Inkubationszeit`` bis zum Durchbruch einer neuen Technologie variieren kann. Im Linux-Bereich dürfte sich auf jeden Fall in den nächsten Monaten herauskristallisieren, ob die Distributoren Adaptionen von CIM / WBEM in ihre Produkte aufnehmen werden, oder ob sie sich gerade im Bereich des Systems Management durch proprietäre Lösungen voneinander absetzen wollen.